Wegeleitsystem = Fehlleitsystem

Die Navigation zu einem fremden Ort stellt heute in Zeiten von Google Maps kein Problem mehr dar. Egal ob man ein neues Restaurant oder die nächste Tankstelle sucht – der richtige Weg ist nur eine Suchanfrage entfernt. In öffentlichen Gebäuden wie Museen, Theatern oder Flughäfen benötigt man allerdings schon oft etwas Orientierungshilfe.

Normalerweise nimmt man von Wegeleitsystemen nicht viel Notiz – wenn sie ihre Funktion erfüllen, braucht man nicht lange zu suchen, sondern kann die richtigen Zeichen, Farben und Wegweiser sofort deuten.

Neulich in München

Eine IDEENHAUS Kollegin war neulich auf dem Weg, um jemandem einen Krankenbesuch abzustatten. Im Krankenhaus angekommen fand sie sich vor vier sehr verwirrenden Lageplänen wieder. Das Gebäude, zu dem sie musste, war auf der Anzeige noch nicht einmal abgebildet, da noch relativ neu erbaut. Bei der Anmeldung wurde ihr gesagt, dass sie dem orangenen Weg folgen solle, aber auf keinem der diversen Schilder war eine orange Linie zu sehen. Sie irrte ein paar Minuten durch die Gänge, bis eine Dame im grünen Hemd sie ansprach, ob man ihr helfen könne. Wie sich herausstellte, gehört sie zu einer Gruppe ehrenamtlicher Helfer, die das Krankenhaus angestellt hat, um fehlgeleitete Patienten wie auch Besucher auf die richtigen Wege zu bringen. Ein Wegeleitsystem, das mehr Verwirrung stiftet als für Übersichtlichkeit zu sorgen, ist in unseren Augen ein absolutes „Fehlleitsystem“. Ein ursprünglich gut durchdachtes Farbsystem, wie in unserem Beispiel, macht nur dann Sinn, wenn es auch konsequent auf allen Schildern und Plänen eingesetzt wird. Im Laufe der Zeit wurde es mit dem Wachstum der Klinik schlicht und einfach nicht ausreichend erneuert.

Wegeleitsysteme dieser Art mögen in kleinen geschlossenen Systemen wie Schulen oder Kaufhäusern gut funktionieren, doch bei ständig wachsenden Gebäudeketten wie Krankenhäusern oder Messegeländen bedarf es Lösungen, die mitwachsen oder erweiterbar sind. Für den ahnungslosen Besucher ist ein aktueller Lageplan jedenfalls essenziell.

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Marion Endres

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