Recyclingpapier: hot or not?

Wir Deutschen sind Weltmeister im Altpapier-Sammeln – und leider auch im Papierverbrauch. Laut des Verbandes Deutscher Papierfabriken produzierten wir in Deutschland 2018 ca. 21 Millionen Tonnen Papier. Und wir konnten 15,5 Millionen Tonne Altpapier wiederverwenden und daraus Recyclingpapier herstellen.

Aber was bedeutet „Papier recyclen“ eigentlich?

Ganz einfach gesagt: Mehrfachnutzung von Papierfasern. Wenn wir Papier aus „frischen“ Fasern herstellen, nennt man das Primärfaserpapier. Dieses Papier besteht in der Regel aus 80% Zellstoff, der aus Holzhackschnitzeln gewonnen wird und zu 20% aus Holzstoff (mit Hilfe von Wasser mechanisch zerfasertes Holz). Liegt diese Faserzusammenstellung einmal als Papier vor, kann es bis zu 6x recycelt werden.

Um es wiederzuverwerten, wird das Altpapier mit Wasser aufgelöst, papierfremde Stoffe wie Heftklammern werden aussortiert. Um helle Recyclingpapiere zu erzielen, werden die Fasern gewaschen: Dieser Vorgang, das De-Inking (engl.: Entfärben), entfernt die Druckfarben mit Hilfe von Chemikalien wie Natronlauge, Wasserstoffperoxid, Wasserglas und Fettsäuren aus dem Altpapier. Die Druckfarbenteilchen lagern sich an der zugeführten Seife an und werden als Schaum zur Oberfläche getragen und dort abgeschöpft. Kurze Fasern werden ausgetragen, was die Stabilität des verbleibenden Rohstoffes erhöht. Anschließend wird der Faserbrei mit Sauerstoff oder Wasserstoffperoxid gebleicht. Das De-Inking benötigt wesentlich weniger und harmlosere Chemikalien als die Zellstoffgewinnung für Primärfaserpapier. Danach kommt der Papierbrei in die Papiermaschine und wird zwischen Walzen zu neuem Papier gepresst. Gegenüber Primärfaserpapier spart es bis zu 60% Energie und bis zu 70% Wasser, verursacht deutlich weniger CO2 und verringert Abfall sowie Emissionen.

Was gibt es noch zu sagen?

Wichtig bei der Verwendung von Recyclingpapier: Bitte unbedingt auf Siegel wie den Blauen Engel (übrigens das älteste Umweltsiegel der Welt) oder die EU-Blume achten. Diese Siegel garantieren, dass das Recyclingpapier mit höchstmöglichen Altpapiereinsatz, maximalen Wald- und Ressourcenschutz sowie strengste Kriterien beim Chemikalieneinsatz produziert wurde.

Bildquelle: Alex Fu und Steve Johnson aus Pexels

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Marion Endres

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