Der Sound der Straße

Elektroautos sind schlicht zu leise und eine Gefahr für Fußgänger und Fahrradfahrer. Kommt ein Diesel oder Benziner um die Ecke gefahren, ist das für alle Verkehrsteilnehmer kaum zu überhören. Damit auch die fast geräuschlosen Elektroautos von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen werden können und um Unfälle insbesondere mit Fußgängern sowie Radfahrern zu verhindern, tüfteln Sounddesigner am Sound der Zukunft.

Das geräuschlose Fahren ist für alle Elektroautos, die nach dem 1. Juli 2019 zugelassen worden sind, quasi Geschichte. Seitdem muss ein akustisches Warnsignal installiert sein, das sicher stellt, dass das Fahrzeug bis zu einer Geschwindigkeit von 20 km/h deutlicher als bisher zu hören ist. Bei schnellerer Fahrt muss das Rollgeräusch, das die Reifen auf der Fahrbahn erzeugen, ausreichen. Fraglich ist, ob das Rollgeräusch ausreicht, wenn Elektroautos sich beispielsweise Fahrradfahrern annähern und von diesen nicht gehört werden.


Jetzt kommt sogar Hollywood ins Spiel

Zur Identität eines Elektroautos gehört also auch dessen Geräusch. Und die E-Auto-Bauer haben erkannt, dass sie mit den synthetischen Klängen eine unverwechselbare Marke kreieren können. Daher arbeiten sie an künstlichen, möglichst futuristischen Klängen. Den Sound eines Verbrennungsmotors zu kopieren kommt daher nicht in Frage.
Autohersteller wie BMW greifen tief in die Trickkiste und arbeiten hierfür auch mal mit Hollywoodfilm-Komponisten zusammen. Der deutsche Filmkomponist Hans Zimmer ist dafür verantwortlich, dass die Elektroautos von BMW ganz besonders klingen. Denn es kommt nicht nur darauf an, einen für Elektrofahrzeuge passenden Klang zu finden, sondern auch einen, der andere Verkehrsteilnehmer nicht stört. Aber auch der Fahrer im Fahrzeug selbst soll eine akustische Fahrfreude genießen können. Hier eine kleiner Vorgeschmack.


Fiat einen Schritt voraus

Fiat geht hier ganz neue Wege, bei der Präsentation des Fiat 500 „La Prima“ Anfang März, erstaunte Fiat die Fachwelt mit einem neuem Ansatz. Zum einen klingt der Sound des vorgestellten Elektroautos sportlicher als gewöhnliche und zum anderen ertönen für einen kurzen Moment klassische Streicherklänge, welche dann wieder in das Fahrgeräusch übergehen. In Zukunft soll der Besitzer des Autos auch selbst die Möglichkeit haben kurze Musik-Samples in den Bordcomputer zu laden. Ob sich dieses Prinzip des Herstellers der automobilen Ikone aufgeht, wird die Zeit zeigen.

TEILEN

Autor kontaktieren

Maximilian Kratzer

DAS KÖNNTE IHNEN AUCH GEFALLEN

Zurück
Scroll to Top