Marken dehnen für die Zukunft

07.12.2022

Wie stark lässt sich eine Marke dehnen, ohne dass sie sich selbst aufgibt, aber dennoch zukunftsfähig wird?

Gerade die Veränderungen der nächsten Jahre im Hinblick auf Ressourcen-Nutzung, Konsumveränderungen und Nachhaltigkeit stellen immer mehr Marken unterschied-lichster Branchen vor die Frage: Wie mache ich meine Marke fit und relevant für die Zukunft?

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Transformation und Modernisierung sind Teil gut gedachter Markenstrategien. Doch viele Veränderungen und Ideen ersticken bereits im Keim. Aus Angst. Angst vor Veränderung, Umsatzeinbußen, Kannibalisierung des eigenen Geschäfts. Doch für moderne und neue Wege in der Markenführung gibt es Beispiele, die innovativ sind und durchaus Mut machen können.

Skandinavien macht es vor

Die Skandinavier, als personifiziertes Best Practice Beispiel, liefern auch hier mit einer ihrer Nationalmarken, Volvo, ein spannendes Exempel mutiger Markenstrategie. Und das in einer Sparte, die auf den ersten Blick eher ungünstig für das Kerngeschäft eines Automobilkonzerns scheint: Car Sharing und neue Mobilitätskonzepte.

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Markenstrategie und Markenkommunikation von Volvo sind bereits seit Längerem voll auf Nachhaltigkeit ausgerichtet.
Das Ziel der Marke lautet, bis 2040 klimaneutral zu sein.
Doch Volvo positioniert die Marke nicht nur als modernen Nachhaltigkeitspionier, sie verschaffen sich auch eine Vorreiterposition und Exklusivstellung in Stockholms, Göteborgs und Malmös Straßen. So entstanden Kooperationen zwischen Immobilienbesitzenden und der Mobilitäts-Plattform Volvo-on-demand, die ihre Autos auf Parkplätzen in Wohngebieten anbieten. Durch Rabatte oder sogar Flatrates für Mieterinnen und Mieter für die Nutzung ergibt sich eine Win-Win Situation, die nicht nur eine neue Zielgruppe erschließt, sondern auch den Vermietern einen Anreiz für ihr Projekt liefert.

In den Städten von morgen werden weniger Autos unterwegs sein. Rohstoffe müssen umsichtiger genutzt werden. Es werden weniger Fahrzeuge im Privatbesitz sein. Eine “Gefahr” für das Geschäft der Autobauer. Doch durch Volvos Zusammenarbeit auf Stadtebene sollen ihre Fahrzeuge auch in den autofreieren Städten der Zukunft sichtbar bleiben. Denn auch in Zukunft wird Bedarf an individueller Mobilität und damit Autos bleiben.

 Und: Eine Veränderung bedeutet nicht immer einen Verlust. Möglicherweise ergeben sich neue Zielgruppen: Gerade in der Stadt benötigen Menschen weniger ein Auto. Erweitert sich aber die Familie, muss man oftmals doch mobiler sein, ohne sich fest an ein hohes finanzielles Invest zu binden. Außerdem werden nachkommende Generationen ein anderes Verständnis von Mobilität und Eigentum zeigen. So bleibt die Marke Volvo aber Teil ihrer Zukunft.

Was man hieraus mitnehmen kann? Die Veränderungen unserer Zeit benötigen Mut und das bedeutet bisweilen auch, die viel besprochene Komfortzone zu verlassen. Im besten Falle ist man auf die sich verändernde Zukunft vorbereitet und agiert bereits vorausschauend, damit man am Ende nicht abgehängt wird. Selbstverständlich bleibt eine gut geführte Marke ihren Werten treu, aber sie geht auch mit der Zeit und berücksichtigt sozio-kulturelle Entwicklungen, wenn notwendig.

Bildnachweis:

Foto von Michael Odelberth, Stephen Cook, Allesio Lin und Hu Chen von Unsplash 

 
 

Autor

Max Kratzer

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Leitung Digital

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