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Ostern 31. März 2018 Fabergé – Vom Osterei zur Weltmarke

Jeder kennt sie – die wertvollsten Ostereier der Welt! Doch wie kam es eigentlich zum weltweiten Ruhm der Fabergé-Eier? Seit dem 17. Jahrhundert ist es in Russland Tradition, sich zum orthodoxen Osterfest geschmückte Eier und drei Küsse zu schenken. In wohlhabenderen Familien setzte sich dieses Brauchtum mit Eiern aus wertvolleren Materialien wie Porzellan, Glas oder Metall fort.

Der Goldschmied und Juwelier Peter Carl Fabergé sollte durch seine kunstvoll gefertigten Ostereier weltweite Anerkennung erlangen. In Zusammenarbeit mit seinem Bruder restaurierte er zunächst alte Schmucksammlungen und schätzte deren Wert. Die Fertigkeit im altrussischen Stil zu arbeiten und originalgetreue Kopien von Schmuck herzustellen, verhalf den Brüdern zu erster Bekanntheit innerhalb Sankt Petersburg.

 

Der Durchbruch

Auf der Allrussischen Ausstellung 1882 wurde Zar Alexander III. auf das Kunsthandwerk der Fabergés aufmerksam. Der Kaiser erwarb mehrere Stücke der Juweliere und verlieh Fabergé eine Goldmedaille für sein bemerkenswertes Handwerk. Peter Carl Fabergé wurde zum russischen Hofjuwelier ernannt und erhielt 1885 den Auftrag ein „Hennen-Ei" für den Zaren anzufertigen. Das Werk gefiel so gut, dass in den folgenden Jahren zu jedem Osterfest ein Osterei kreiert wurde, das der Zar seiner Gattin zum Geschenk machte. Nach seinem Tod setzte der Sohn des Zaren diese Tradition bis zu seinem Sturz 1917 fort.

Der weltweite Durchbruch der Fabergé-Eier wurde durch die Weltausstellung im Jahr 1900 in Paris begründet. Fabergé stellte dort die Kaiserlichen Ostereier zur Schau. Weitere Königshäuser wurden auf die opulenten Schmuckstücke aufmerksam und erteilten Fabergé zahlreiche Aufträge. So wurde er zum Hoflieferanten der Könige von Skandinavien, England, Griechenland, Bulgarien und Siam. Gleichzeitig entstanden die Filialen in Moskau, Odessa Kiew und London.

Die Russische Revolution zwang Fabergé dazu sein Handwerk zu beenden. Nach seiner Flucht verstarb er beim Besuch seines Sohnes in Lausanne. Seine Söhne Eugène und Alexander gründeten das Juwelierunternehmen nach seinem Tod neu. Das erste Fabergé-Ei, das nach der Oktoberrevolution wieder offiziell Einzug in den Kreml hielt, war das „Gorbatschow-Friedens-Ei", das dem ehemaligen Präsidenten der Sowjetunion 1991 anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises überreicht wurde.

 

Zeitloses Symbol für Luxus und Kunsthandwerk

Die prunkvollen Fabergé-Eier haben über die Hochphase der Juwelierskunst hinaus ihren Glanz der Vollkommenheit erhalten. Auf Auktionen erzielen sie heute Preise bis zu 12 Millionen Dollar. Die wohl größte Privatsammlung gehörte dem amerikanischen Medienunternehmen „Malcolm Forbes". 2004 wurden die neun Fabergé-Eier von den Erben für einen Betrag zwischen 90 und 120 Millionen Dollar an den russischen Geschäftsmann Wiktor Wekelsberg verkauft. Nach wie vor sind sie Inbegriff höchster Goldschmiedekunst und Symbol für Luxus wie zu Zeiten des Zaren.

IDEENHAUS wünscht schöne Feiertage und ein reichlich gefülltes Osternest!